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Arbeitnehmereigenschaft von „Crowdworkern“

E-Roller einsammeln, Apps testen oder im Supermarkt präsentierte Ware kontrollieren – sog. Crowdworker erledigen kleine Aufträge für Internetfirmen. Als Arbeitnehmer galten sie aber bislang nicht. Nun hat das Bundesarbeitsgericht entschieden. Die tatsächliche Durchführung von Kleinaufträgen durch Nutzer einer Online-Plattform auf der Grundlage einer mit deren Betreiber getroffenen Rahmenvereinbarung kann durchaus ergeben, dass die rechtliche Beziehung als Arbeitsverhältnis zu qualifizieren ist. Die Arbeitnehmereigenschaft hängt davon ab, dass der Beschäftigte weisungsgebundene, fremdbestimmte Arbeit in persönlicher Abhängigkeit leistet. Zeigt die tatsächliche Durchführung eines Vertragsverhältnisses, dass es sich hierbei um ein Arbeitsverhältnis handelt, kommt es auf die Bezeichnung im Vertrag nicht an. Die dazu vom Gesetz verlangte Gesamtwürdigung aller Umstände kann ergeben, dass Crowdworker als Arbeitnehmer anzusehen sind. Für ein Arbeitsverhältnis spricht es, wenn der Auftraggeber die Zusammenarbeit über die von ihm betriebene Online-Plattform so steuert, dass der Auftragnehmer infolgedessen seine Tätigkeit nach Ort, Zeit und Inhalt nicht frei gestalten kann.
BAG, Urteil vom 1. Dezember 2020 – 9 AZR 102/20 / Pressestelle BAG

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